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VOICES - Das Festival der Stimmen in Ratingen Drucken E-Mail

3. November – 7. November 2010


„Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme.“ (Richard Wagner)

VOICES - Das Festival der Stimmen in Ratingen

Mit „Voices – Das Festival der Stimmen“ rief die Stadt Ratingen im Jahr 2008 eine Veranstaltungsreihe ins Leben, deren Qualität weit über die Stadtgrenze hinaus aufhorchen ließ. Im vergangenen Jahr präsentierten die Organisatoren äußerst erfolgreich die zweite Ausgabe und etablierten das Festival als Garant für anspruchsvolle Unterhaltung auf höchstem künstlerischem Niveau.

Auch „Voices 2010“ verspricht wieder eindringliche Erlebnisse für Ohren, Augen und Geist.

„Voices“ steht für hochkarätige und außergewöhnliche Kultur-Events rund um die menschliche Stimme. Das diesjährige Programm ist ein knallbunter Cocktail aus Kabarett, Jazz, Rock, Chanson und vielem mehr.

Stadttheater Ratingen


Los geht´s am Mittwoch, dem 3. November 2010, im Stadttheater Ratingen am Europaring 9. Dort betritt um 20 Uhr Julia Neigel, Kennern der deutschen Musikszene noch als „Jule“ Neigel in bester Erinnerung, die Bühne. Mit Charme und leidenschaftlicher Hingabe an musikalische Details präsentiert die Vollblutsängerin ihr aktuelles Programm Akustik-Tour 2010. Simon Nicholls am Flügel, Joerg Dudys an der Gitarre und der Percussionist Dalma Lima setzen Wellen aus treibenden Samba-Rhythmen, Shuffle-Beats, flamencoartigen Akkorden und in Gang, denen Julia Neigel mit ihrer einzigartigen Stimme das Schaumkrönchen aufsetzt. Was Julia Neigel singt, lebt sie auch. Und wenn sie sich etwas wünschen dürfte, dann wären das Julia Neigel und Al Jarreau gemeinsam auf einer Bühne...

Am Donnerstag, dem 4. November 2010, eröffnen die Kabarettisten Marco Tschirpke und Sebastian Krämer um 20 Uhr einen schrägen Abend der besonderen Art:
Die beiden vielfach prämierten Ausnahm-Entertainer teilen sich unter dem vermeintlich schlichten aber doch auch verheißungsvollen Motto "Ich' n Lied, du´n Lied" Klavier und Auftritt. Sebastian Krämer starrt so lange und gründlich auf die Dinge, bis diese nervös werden und ihre Abgründe und Risse offenbaren. Das Ergebnis sind Songs, die harmlos beginnen und im Wahnwitz eskalieren. Marco Tschirpkes Lapsuslieder sind Meisterwerke der Andeutung und des Unvollständigen. Dieser Mann verschont uns mit Wesentlichem und sagt trotzdem alles.

Wenn das Absurde auf den Wahnsinn trifft, wenn das Skurrile im musikalischen Gewand daher kommt, wenn manisches Irrewerden und Hintersinn ein Tänzchen wagen, dann sind diese drei Herren sicherlich nicht weit: Seit 30 Jahren ziehen Klaus Huber, Peter Wilmanns und Buddy Sacher durch die Lande und versammeln eine unübersehbare Fangemeinde vor ihren Bühnen. Mit ihrem Programm „Fahrenheiten – eine konzertierte Attacke auf den Verlust des Staunens“ starten Ars Vitalis um 21.30 Uhr gezielte Angriffe auf Herz, Hirn und Lachmuskeln des Publikums. Stilisiert, intelligent und humoresk, lebt ihre Wirkung hauptsächlich vom Minimalismus der Gesten, perfektem Timing und ihrer atemberaubenden Musikalität. Niemand anders inszeniert Chaos so brillant und unverkrampft. Der Deutsche Kleinkunstpreis und der Prix Pantheon sind nur zwei Auszeichnungen von vielen für dieses großartige Kabarett-Trio.

Am Feitag, dem 5. November 2010, erweist die aus Abidjan (Elfenbeinküste) stammende Sängerin Cécile Verny gemeinsam mit der WDR Big Band um 20 Uhr einer der größten  Jazz-Ikonen des 20. Jahrhunderts die Ehre: „Celebrating Billie Holiday“ nennt Verny ihre sehr persönliche musikalische Hommage an die legendäre „Lady Day“, die mit ihrer einzigartigen Interpretation unvergesslicher Jazz-Standards Musikgeschichte geschrieben hat. Cécile Verny zählt für das Fachmagazin AUDIO zu Europas besten Jazzsängerinnen. In ihrer Stimme paaren sich Wärme und Präzision, Intonationssicherheit, Sprachgefühl und Ausdrucksstärke. Verny steht in der Tradition der großen Jazz-Ladies, deren Songs sie auf ihre individuelle Weise interpretiert. Eingebettet in die stimmungsvollen Arangements von Michael Abene lassen Cécile Verny und die WDR Big Band an diesem Abend die Magie Billie Holiday´s wiederauferstehen.

Ein Highlight des Festivals ist, wie in den vorangegangen Jahren, die “Vocal Night”, die am Samstag, dem 6. November 2010, um 19.30 Uhr beginnt. Den Anfang macht das brasilianische Stimmwunder Edson Cordeiro mit “My Collection”. Nach zwanzig Jahren auf den Bühnen dieser Welt und neun Alben zwischen allen Stilen stellt der begnadete Countertenor die Perlen aus seinem bisherigen Repertoire zu einem einzigartigen Programm zusammen. Mit seinem beeindruckenden Tonumfang von vier Oktaven und seiner enormen stimmlichen Vielfalt fühlt er sich in der klassischen Opernmusik ebenso zuhause wie in den modernen Spielarten von Latin, Jazz, Rock, Pop und Dance-Musik. Dabei interpretiert er jedes Stück auf seine ganz eigene und unnachahmliche Weise – Bizets Carmen und klassische Arien von Händel genauso wie Songs von Janis Joplin, Billie Holiday oder Madonna. Mit Charlson Ximenes and Eudinho Soares holt er zwei Gitarrenvirtuosen mit auf die Bühne, die dieses persönliche Resümee einer traumhaften und vielfältigen Karriere sicherlich perfekt begleiten.

Wer die Kunst des Jodelns ausschließlich mit Heidi, Luis Trenker oder dem Musikantenstadl verbindet, kennt Christina Zurbrügg noch nicht! Die hochgewachsene Schweizerin zeigt bei ihrem Auftritt um 20.45 Uhr eindrucksvoll, wie diese besondere Ausdrucksform der menschlichen Stimme zu Pop wird. Ihr Konzert „yodel & more“ ist die einzigartige Kombination von Gesang, Rap und zeitgemässem, modernem Jodeln – eine Mischung von archaisch-urbanen Sounds mit Loops, Naturklängen und Elektronika. Die Sprachkosmopolitin singt in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und exotischem Schwyzerdütsch. Ihre unverwechselbare Stimme schlägt  Brücken zwischen erdigen Traditionals und urbanen Soundscapes. Im Zusammenspiel mit Michael Hudecek, Barnabas Juhasz und Richard Filz verbindet die „Ethnopopperin“ alte Wiener Dudler und alpine Jodler mit der Remixkultur und Worldmusic dieses Jahrtausends.

Krachender Abschluss der „Vocal Night“ ist um 22.30 Uhr das Konzert des berühmten niederländischen A-capella-Ensembles Rock4. In einer großen Jubiläumsshow feiern die vier „Vokalrocker“ ihr 10-jähriges Bestehen und bieten einen Querschnitt durch ihr musikalisches Schaffen. A cappella goes Rock – ohrenbetörend und mit einer frischen Brise spontanem Humor überrascht Rock4 mit neuen und ungewöhnlichen Bearbeitungen legendärer Songs. Hier werden Meilensteine des Rock zu Stimmkraft-Monumenten. Viele Nummern aus den vergangenen Jahren sind echte Perlen, die, abgestaubt und wieder aufgeputzt, noch schöner glänzen als zuvor. Ein Höhepunkt in der Rock4-Historie ist ihre “Rock4 presents Queen”-Show. Einige Nummern daraus werden in dieser Retrospektive bestimmt nicht fehlen.

Spannend und lehrreich wirft Dr. Wolfgang Schmidbauer, Diplompsychologe und Philosoph,  am Sonntag, dem 7. November 2010, um 18 Uhr einen erhellenden Blick auf die Seelenlage Deutschlands. Sein Vortrag „Die drei Generationen der BRD – Familiendynamische Gesichtspunkte“ beleuchtet 60 Jahre Bundesrepublik anhand dreier unterschiedlicher Generationen und deren Dynamik untereinander: „Da ist zuerst die Kriegsgeneration, traumatisiert durch Faschismus, Krieg, Gefangenschaft und Vertreibung. Es folgt die zur Selbstüberschätzung neigende Generation der 68er mit ihrem Versuch, durch die eigenen Vorstellungen von Liebe und Erziehung die Wertverluste ... der traumatisierten Elterngeneration auszugleichen. Die Kinder der 68er sind wieder ganz anders geworden, als es ihre Eltern erwartet haben. Sie sind nicht triebbefreit und sozialrevolutionär, sondern vielfach ängstlich und angepasst. Jörg Siebenhaar begleitet den Vortrag am Piano.



Digitale Pressefotos sind auf Nachfrage vorhanden.

Bei Fragen:
Jörg Schwarz
Tel.: 0211/30 57 73
Mobil: 0172-721 38 34



 

Harald Birkenkamp, Bürgermeister
Dirk Tratzig, Kulturdezernent
Dr. Inge Röhnelt & ihr Team
vom Amt für Kultur und Tourismus

Peter Baumgärtner
Uwe Muth
Stadt Ratingen
Sensitive Colours


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 12:43 Uhr